Beschlossen

Nachdem wir am letzten Wochenende meine Wohnung gestrichen haben, habe ich nun beschlossen, am 25.5. einzuziehen.
Es ist gerade alles mal wieder nicht so einfach, eine Freundin hat Krebs diagnostiziert bekommen, einer anderen geht es sehr schlecht und ist (impuls-) suizidal, meine kleine Schwester hat letzte Woche konstatiert, dass sie sich am liebsten vor ein Auto schmeißen will, mein Therapeut ist schon wieder auf Konfrontationskurs und ich bin müde, ach so müde.

Mit meiner kleinen Schwester habe ich gesprochen; sie ist zur Zeit recht aufgewühlt, denn sie beginnt gerade ihre erste Therapie. Sie hat Verlustängste, u.a., was natürlich meinen Wegzug besonders schwierig für sie macht. Und dazu die normalen Wirrungen der Pubertät.
Sie und meine Mutter haben mich spontan in meiner unfertigen Wohnung besucht - ich denke, dass war gut für die Kleine. Jetzt bin ich für sie nicht mehr nur irgendwo weit weg, sondern sie hat ein Bild dazu bekommen.

Meine Freundin werde ich nach ihrer OP morgen im Krankenhaus besuchen. Natürlich nicht morgen, aber demnächst. Ich kann da sein, mehr kann ich nicht tun.

Gleiches gilt für meine andere Freundin.

Ich fühle mich dem Leid anderer gegenüber sonderbar hilflos. Ich wünschte, ich könnte den Schmerz wegwischen oder eine praktische Lösung finden, doch die gibt es nicht. Ich kann es sogar akzeptieren und komischerweise triggert es mich nicht, doch all diese wunderbaren Menschen... Ich wünschte, ich könnte sie glücklich sehen. Immer.
Utopie.

Und mein Therapeut... ich weiß nicht mehr, was ich machen kann. Nach dem großen Konflikt, den wir anfangs hatten, ist die Hemmschwelle, mit ihm zu reden, größer. Ich kann nicht mehr streiten, ich will nicht mehr argumentieren. Ich bin erschöpft. Exhausted.
Ich möchte einfach, dass er mich annimmt, mich sieht und anerkennt, was gerade mit mir ist.
Ich schaffe es endlich, Bedürfnisse zu artikulieren und immer, wenn ich das tu, werden meine Aussagen in Zweifel gezogen.

Ich bin müde, ach so müde.

12.5.09 20:24
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


ariadne (13.5.09 19:00)
aber du bist stark, ginnie. wenn ich das hier lese, dann seh ich, wie viel du gewachsen bist. auch wenns hart ist. fühl dich auch umarmt.

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